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Fachgerechte Obstbaumpflege auf kommunalen Grünflächen

| Sabrina Diyaroglu
Fortbildung für kommunale Mitarbeiter

Wie schneidet man einen Obstbaum richtig? Wann ist der passende Zeitpunkt für Eingriffe – und wie viel Schnitt ist überhaupt sinnvoll? Mit genau diesen Fragen beschäftigten sich kommunale Mitarbeitende im Rahmen einer dreitägigen Fortbildung zur fachgerechten Obstbaumpflege des Niederbayerischen Streuobstwiesenkompetenzzentrums Lallinger Winkel e.V.

Initiiert wurde die Fortbildung speziell für Bauhofmitarbeitende in Zusammenarbeit mit dem Amt für Ländliche Entwicklung unter der Betreuung von Pascal Weber. Eine im Vorfeld durchgeführte Bedarfsabfrage hatte gezeigt, dass in vielen Kommunen ein deutlicher Wunsch nach einer fachgerechten Weiterbildung im Bereich der Obstbaumpflege besteht.

Denn obwohl Obstbäume vielerorts selbstverständlich zu den Aufgabenbereichen der Bauhöfe gehören, stellt ihre Pflege besondere Anforderungen. Anders als bei klassischen Stadt- und Parkbäumen sind spezifische Kenntnisse erforderlich, um Fehlentwicklungen zu vermeiden und die Bäume langfristig gesund und standsicher zu erhalten.
Die Fortbildung des Streuobstkompetenzzentrums setzte genau hier an. Über drei Tage hinweg erhielten die Teilnehmenden eine fundierte Mischung aus Theorie und Praxis. Im Mittelpunkt standen vor allem praktische Übungen: Direkt an Bäumen unterschiedlicher Altersstufen wurden Schnitttechniken demonstriert, angewendet und diskutiert. Vom Erziehungsschnitt junger Bäume über die Pflege ertragreicher Bestände bis hin zum fachgerechten Altbaumschnitt konnten die Teilnehmenden ihr Wissen unmittelbar umsetzen und vertiefen.

Begleitend dazu wurden wichtige Grundlagen vermittelt: Wie lässt sich die Vitalität eines Baumes richtig einschätzen? Welche Eingriffsstärke ist je nach Zielsetzung sinnvoll? Welche Rolle spielt der richtige Schnittzeitpunkt? Auch Themen wie Wundheilung, Arbeitssicherheit sowie der fachgerechte Einsatz von Werkzeugen wurden vom Referenten Jürgen Pompe behandelt.

Die Fortbildung machte deutlich: Fachgerechte Obstbaumpflege ist weit mehr als „ein bisschen schneiden“. Sie erfordert Wissen, Erfahrung und ein geschultes Auge – insbesondere vor dem Hintergrund des Bayerischen Streuobstpakts. Dieser verfolgt das Ziel, die Streuobstbestände im Freistaat deutlich auszubauen und langfristig zu sichern. Bis 2035 sollen eine Million neue Streuobstbäume gepflanzt werden.

Mit jedem neu gepflanzten Baum wächst jedoch auch die Verantwortung für dessen Pflege. Genau hier leisten qualifizierte Fortbildungen einen entscheidenden Beitrag: Sie schaffen die Grundlage dafür, dass kommunale Obstbaumbestände nachhaltig erhalten und weiterentwickelt werden können.

Die positive Resonanz der Teilnehmenden zeigt, wie wichtig solche Angebote sind. Eine erneute Durchführung der Fortbildung im kommenden Jahr wird daher in Erwägung gezogen.

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