Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt Streuobstwiesen im Klimawandel
Das Forschungsprojekt der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf in Kooperation mit der Technischen Universität München liefert eine naturraumbezogene Einschätzung der klimawandelbedingten Veränderungen für den bayerischen Streuobstanabau auf Grundlage dreijähriger Felderhebungen in Kombination mit regionalen Klimaprognosen.
Die für die Untersuchungsregionen erstellten Steckbriefe zeigen die wichtigsten regionalen Herausforderungen für den Streuobstanbau im Zusammenhang mit dem Klimawandel auf und sollen bei der Umsetzung von Anpassungsmaßnahmen vor Ort unterstützen.
Ergänzend liefert eine deutschlandweite Umfrage unter 104 Bewirtschaftenden wichtige Einblicke in die Praxis. Erfahrungen mit Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel und die gewünschte Unterstützung bei der Anpassung der Streuobstwiesen an den Klimawandel wurden mit dieser Umfrage zusammengetragen.
- 32,7% der Befragten haben bereits Anpassungsmaßnahmen auf ihren Streuobstwiesen umgesetzt.
- 41,2% derjenigen, die noch keine Maßnahmen umgesetzt haben, fehlt die Kenntnis über mögliche Anpassungsmaßnahmen.
Hier besteht dringender Bedarf den Austausch zu fördern sowie Erfahrungsberichte zu bereits umgesetzten Anpassungsmaßnahmen zu teilen. Die Befragung zeigt sehr deutlich, dass bereits zahlreiche Ideen für mögliche Anpassungsmaßnahmen existieren. Vorgaben in Förderprogrammen, welche die Umsetzung von Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel einschränken, sollten kritisch geprüft werden und mit den Maßnahmen zum langfristigen Baumerhalt sorgfältig abgewogen werden.
Das Gesamtprojekt kam zum Ergebnis, dass den Herausforderungen des Klimawandels nur mit regionsspezifischen Maßnahmen für den Streuobstanbau begegnet werden kann, da die standörtlichen und klimatischen Gegebenheiten höchst vielfaltig sind und damit auch die erforderlichen Anpassungsmaßnahmen in den einzelnen Regionen.
Die Beachtung der kleinräumigen Standortfaktoren wird wichtiger. Neben den Standortparameter (Höhenlage, Geländeneigung, Boden etc.) als Einflussfaktor auf die Betroffenheit der Streuobstwiesen gegenüber dem Klimawandel zeigen die Untersuchungen im Forschungsprojekt, dass die Struktur des Streuobstbestands und eine hohe Obstarten- und Sortenvielfalt einen wesentlichen Einfluss auf die Resilienz von Streuobstbestanden im Zuge des Klimawandels haben.
Da die Klimaprognosen nicht einheitlich sind und konkrete Folgen nur bedingt prognostiziert werden können, sollte bei einer Neuanlage ein möglichst breites Spektrum von Obstarten und -sorten gepflanzt werden. Diese Vielfalt sollte sich ebenso auf die verwendeten Unterlagen beziehen. Vielfalt erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass zumindest einige dieser Arten/Sorten/Unterlagen unterschiedlich auf äußere Änderungen der Umweltbedingungen reagieren können.
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