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News aus dem aktuellen Forschungsprojekt: Wie entwickelte sich die Apfelblüte 2024 in den Untersuchungsregionen?

| Daniela Hunger
Obstblüten
Heuer hatten wir einen frühen Blühbeginn. Ist mit einer frühen Pflückreife zu rechnen? In welchem Umfang sich der frühe Blühbeginn auf die Pflückreife auswirkt, hängt jedoch auch von den Temperaturen nach dem Blühbeginn ab. 
Der nachfolgende wissenschaftliche Beitrag wurde von Rebekka Honecker (HSWT) verfasst. 
 
AKTUELLES AUS DEM FORSCHUNGSPROJEKT STREUOBSTWIESEN IM KLIMAWANDEL
 

Seit 2023 werden im Forschungsprojekt "Streuobstwiesen im Klimawandel" der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) und der Technischen Universität München (TUM), Daten auf 38 Streuobstwiesen in Bayern erfasst. Die Projektflächen befinden sich in den Landkreisen Aschaffenburg, Main-Spessart, Würzburg, Kitzingen, Weißenburg-Gunzenhausen, Rosenheim, Deggendorf und Regen und decken somit unterschiedliche Klimaregionen ab (Abbildung 1). Das Besondere am Projekt - die Daten werden gemeinsam von den Bewirtschaftenden und den Forschenden erhoben. 

Abbildung 1: Lage der Projektflächen im StreuWiKlim-Projekt (Quelle: Rebekka Honecker-HSWT)

 

Nachdem im Jahr 2023 bereits umfangreiche Daten durch die Bewirtschaftenden und die Forschenden erfasst wurden, begann das Frühjahr 2024 mit einer phänologischen Erhebung durch die Bewirtschaftenden. 

Die zeitliche Entwicklung von Pflanzen (Phänologie) ist eng verknüpft mit Witterung und Klima. Phänologische Daten über einen längeren Zeitraum eignen sich daher sehr gut für Untersuchungen von Klimaveränderungen. Die beobachtete Temperaturerhöhung führte in den letzten Jahren zu einer immer früheren einsetzenden Blüte der Obstbäume. Ein früher Blühbeginn birgt dabei die Gefahr eines erhöhten Spätfrostrisikos für die Obstbäume. Der Blühbeginn hängt neben der Witterung (insb. Temperatur, Sonnenscheindauer) und der Obstart auch von der Sorte sowie vom Standort (Höhenlage, Exposition etc.) des Baums ab.  Darauf zielt auch die Aufnahme im Projekt ab. Es soll herausgefunden werden, wie sich die Blüte in Abhängigkeit vom Standort und der Sorte in den verschiedenen Regionen entwickelt. 

Im Forschungsprojekt "Streuobstwiesen im Klimawandel" wurden daher im April zu zwei vorgegeben Zeitpunkten der phänologische Entwicklungsstand der Obstbäume erfasst. Die im Projekt teilnehmenden Streuobstwiesenbewirtschaftenden erfassten hierfür am Wochenende vom 5-7.April und am Wochenende vom 19-21.April den aktuellen Entwicklungsstand der Blüte jedes einzelnen Baumes auf ihrer Streuobstwiese. 

In unseren 5 Untersuchungsgebieten (1) Lkr. Aschaffenburg (2) Lkr. Kitzingen, Würzburg, Main-Spessart (3) Lkr. Weißenburg-Gunzenhausen (4) Lkr. Deggendorf, Lkr. Regen (5) Lkr. Rosenheim wurden folgende Entwicklungsstadien bei den im Projekt betrachteten Apfelbäumen beobachtet:

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Abbildung 2: Entwicklungsstand Apfelblüte in den Projektregionen (5-7.April 2024) (Quelle: Rebekka Honecker-HSWT)

 

Insbesondere im Landkreis Rosenheim und Aschaffenburg wurden am Wochenende vom 5-7.April bereits die späteren Entwicklungsstadien (60-67) bei den Apfelbäumen beobachtet. Im Landkreis Aschaffenburg waren bereits 42,7% der dort beobachteten Apfelbäume im Stadium 60-67, im Landkreis Rosenheim sogar 47,5 %. 

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Abbildung 3: Entwicklungsstand Apfelblüte in den Projektregionen (19-21.April 2024) (Quelle: Rebekka Honecker-HSWT)

 

Zwei Wochen später, am Wochenende vom 19-21.April wurden im Lkr. Rosenheim und Aschaffenburg bereits das Abgehen und Ende der Blüte als überwiegendes Stadium erfasst. Im Landkreis Deggendorf, Regen und Weißenburg-Gunzenhausen konnten zu diesem Zeitpunkt noch wenige Apfelbäume in frühen Stadien (53-56) erfasst werden. Insgesamt zeigen sich bei den Aufnahmen regionsspezifische Unterschiede. Eine standort- und sortenspezifische Auswertung wird noch zeigen, welchen Einfluss diese Parameter auf die Blütenentwicklung in den einzelnen Regionen haben.  

Nach diesem frühen Blühbeginn in diesem Jahr ist auch mit einer früheren Pflückreife zu rechnen. In welchem Umfang sich der frühe Blühbeginn auf die Pflückreife auswirkt, hängt jedoch auch von den Temperaturen nach dem Blühbeginn ab. Hohe Temperaturen in den Monaten nach Blühbeginn führen dazu, dass die für die Reife benötigte Temperatursumme früher erreicht wird. Auch Hitze und Trockenheit müssen als Einflussfaktoren auf den Reifezeitpunkt berücksichtigt werden. 

Mehr Infos zum Forschungsprojekt finden Sie auf unserer finden Sie auf unserer  Projektwebsite.

 

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